Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Trailer | FSK 6
2026
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"Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" erzählt eine Geschichte, die auf den ersten Blick wie ein klassisches Coming-of-Age-Drama wirkt, sich aber schnell als deutlich vielschichtiger entpuppt. Im Mittelpunkt steht Joachim, der überraschend an einer renommierten Schauspielschule aufgenommen wird und bei seinen Großeltern einzieht. Dort prallen zwei Welten aufeinander: der oft chaotische Alltag angehender Schauspieler und das eigenwillige Leben eines älteren Ehepaars, das seine ganz eigenen Regeln pflegt. Der Film findet dabei einen angenehmen Rhythmus zwischen komischen Momenten und leisen Beobachtungen. Statt große Dramatik zu erzwingen, setzt die Inszenierung auf Figuren, Dialoge und Situationen, die sich erstaunlich echt anfühlen. Gerade dadurch entsteht eine Nähe, die viele vergleichbare Literaturverfilmungen vermissen lassen.

Besonders stark ist die Besetzung. Bruno Alexander trägt den Film mit einer sympathischen Natürlichkeit und macht Joachims Unsicherheit jederzeit nachvollziehbar. Senta Berger gehört zu den großen Pluspunkten der Produktion. Sie verleiht ihrer Figur Wärme, Witz und eine Portion Unberechenbarkeit, die jede Szene aufwertet. Auch die Dynamik zwischen den Familienmitgliedern funktioniert hervorragend. Die humorvollen Momente entstehen selten durch klassische Pointen, sondern vielmehr aus kleinen Beobachtungen und skurrilen Gewohnheiten. Simon Verhoeven beweist dabei ein gutes Gespür für Tempo und Atmosphäre. Die Schauspielschule wird nicht als glamouröser Traumort dargestellt, sondern als Platz voller Konkurrenz, Selbstzweifel und absurder Übungen. Genau diese Mischung macht viele Szenen so unterhaltsam. Gleichzeitig verliert der Film nie den emotionalen Kern aus den Augen: die Suche nach Identität und die Frage, welchen Platz man im Leben eigentlich einnimmt.

Was "Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" letztlich auszeichnet, ist seine Menschlichkeit. Die Verfilmung übernimmt den Charme der Romanvorlage und übersetzt ihn überzeugend auf die Leinwand. Statt auf große Effekte setzt der Film auf Figuren, die Ecken und Kanten besitzen. Einige Passagen wirken zwar etwas episodisch und nicht jede Szene entfaltet die gleiche Wirkung, doch insgesamt entsteht ein stimmiges Gesamtbild. Humor und Melancholie halten sich dabei angenehm die Waage. Wer Geschichten über Familie, Erwachsenwerden und das manchmal herrlich komplizierte Zusammenleben unterschiedlicher Generationen mag, bekommt hier einen Film, der berührt, ohne kitschig zu werden. Eine kluge, charmante und hervorragend gespielte Bestsellerverfilmung, die lange von ihren Figuren lebt.



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