Remakes sind ja immer so eine Sache – entweder total unnötig oder überraschend unterhaltsam. Die neue Version von Anaconda versucht gar nicht erst, das Original eins zu eins zu kopieren, sondern geht einen deutlich selbstironischeren Weg. Im Mittelpunkt stehen zwei Kindheitsfreunde, gespielt von Jack Black und Paul Rudd, die ihren Traum verfolgen, ihren Lieblings-Kultfilm neu zu drehen. Klingt erstmal wie ein nerdiger Fanboy-Move – wird aber schnell zur ziemlich wilden Mischung aus Abenteuer, Chaos und Meta-Humor. Denn klar: Kaum ist das Filmset aufgebaut, taucht eine echte Riesenschlange auf. Und ab da wird’s weniger „Behind the Scenes“ und mehr „Survival-Modus“.
Was den Film trägt, ist vor allem die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren. Jack Black bringt wie gewohnt diese überdrehte Energie rein, während Paul Rudd eher den entspannten Gegenpol gibt. Zusammen funktioniert das erstaunlich gut, weil der Film sich selbst nie zu ernst nimmt. Statt klassischem Creature-Horror gibt’s hier viele absurde Momente, die bewusst mit Genre-Klischees spielen. Gleichzeitig bleibt aber genug Spannung übrig, damit das Ganze nicht komplett zur Parodie verkommt. Der Mix aus Comedy und Abenteuer funktioniert vor allem dann, wenn der Film einfach laufen lässt und nicht versucht, krampfhaft clever zu sein.
Am Ende ist dieses „Anaconda“-Remake kein Film, der das Genre neu erfindet – will er aber auch gar nicht. Stattdessen bekommt man eine unterhaltsame, leicht chaotische Story über Freundschaft, gescheiterte Filmträume und eine ziemlich reale Bedrohung mitten im Dschungel. Wer das Original liebt, wird hier viele Anspielungen finden, sollte aber offen für den lockereren Ton sein. Und alle anderen bekommen einfach einen spaßigen Abenteuerfilm mit genug Tempo und Humor, um dranzubleiben. Nicht tiefgründig, aber genau richtig für einen Abend, an dem man einfach mal abschalten will.<