Rental Family

Trailer | FSK 0
2026
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Mit Rental Family bringt Regisseurin Hikari eine Story auf die Leinwand, die erstmal klingt wie ein schräger Pitch aus dem Internet – und dann ziemlich schnell unter die Haut geht. Im Zentrum steht ein abgehalfterter Schauspieler, gespielt von Brendan Fraser, der sich in Tokio durchschlägt und eher planlos durchs Leben driftet. Kein großes Drama, eher dieses leise Gefühl von „irgendwas fehlt hier“. Und genau da setzt der Film an: Statt Pathos gibt’s eine ziemlich ruhige, fast schon intime Suche nach Bedeutung.

Der Twist kommt mit seinem neuen Job: Er arbeitet für eine Agentur, die Menschen „Familien auf Zeit“ vermittelt. Klingt weird? Ist es auch – aber auf eine faszinierende Art. Mal mimt er den perfekten Ehemann, mal den verständnisvollen Sohn oder einfach jemanden, der zuhört. Dabei trifft er auf Figuren, die alle ihre eigenen kleinen Risse haben, dargestellt unter anderem von Takehiro Hira, Mari Yamamoto und Akira Emoto. Je tiefer er in diese künstlichen Beziehungen eintaucht, desto echter werden sie – und genau da beginnt der Film spannend zu werden. Denn irgendwann stellt sich die Frage: Wann hört Schauspiel auf und wann wird’s real? Und was passiert, wenn man sich in ein Leben reinspielt, das eigentlich gar nicht das eigene ist?

Was „Rental Family“ besonders macht, ist dieser zurückhaltende Vibe. Kein großes Drama, keine übertriebenen Wendungen – stattdessen viele leise Momente, Blicke, kleine Gesten. Tokio dient dabei nicht nur als Kulisse, sondern fast schon als eigener Charakter: anonym, hektisch, aber gleichzeitig voller stiller Begegnungen. Brendan Fraser liefert eine Performance ab, die überraschend subtil ist und genau deshalb hängen bleibt. Der Film tastet sich vorsichtig an Themen wie Einsamkeit, Zugehörigkeit und Identität ran, ohne dabei jemals belehrend zu wirken. Am Ende bleibt kein lauter Knall, sondern eher dieses leise Nachdenken darüber, wie viel „echt“ wir eigentlich im Alltag zulassen.