Sentimental Value

Trailer | FSK 12
2026
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Mit Sentimental Value liefert Joachim Trier genau den Film, der sich nicht laut aufdrängt, sondern langsam unter die Haut geht. Nach Der schlimmste Mensch der Welt bleibt er seinem Stil treu: leise Beobachtungen, viel Zwischenraum und Figuren, die mehr denken als sagen. Im Zentrum stehen zwei Schwestern, gespielt von Renate Reinsve und Inga Ibsdotter Lilleaas, deren Leben ordentlich durcheinandergerät, als ihr Vater plötzlich wieder auftaucht. Stellan Skarsgård gibt diesen Gustav mit einer Mischung aus Charme und Unbehagen, die man nicht so leicht einordnen kann. Und genau das macht die Dynamik spannend.

Die Story klingt erstmal vertraut: Vater kehrt zurück, alte Wunden brechen auf. Aber „Sentimental Value“ interessiert sich weniger für große Konflikte als für die kleinen Verschiebungen dazwischen. Gespräche, die ins Leere laufen, Blicke, die mehr sagen als Worte, und diese Momente, in denen man merkt, wie ähnlich man sich eigentlich ist – obwohl man es nie sein wollte. Auch Elle Fanning fügt sich in dieses fein austarierte Ensemble ein, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Der Film balanciert dabei erstaunlich locker zwischen Melancholie und trockenem Humor, ohne dass es je gekünstelt wirkt.

Dass der Film bei den Filmfestspiele von Cannes den Großen Preis der Jury geholt hat und später bei den Academy Awards als bester internationaler Film ausgezeichnet wurde, passt ins Bild. „Sentimental Value“ ist kein Film für schnelle Effekte, sondern einer, der sich Zeit nimmt – und genau deshalb hängen bleibt. Er stellt keine einfachen Antworten bereit, sondern zeigt, dass Familie oft kompliziert bleibt, selbst wenn man sich wieder annähert. Am Ende geht’s weniger um große Versöhnung als um die Frage, ob ein Neuanfang überhaupt möglich ist. Und genau dieses offene Gefühl trägt man noch eine ganze Weile mit sich rum.