Grüner wird’s nicht: WICKED: TEIL 2 dreht die Lautstärke hoch und bringt das große Finale der Hexen-Saga aus Oz auf die Leinwand. Elphaba, gespielt von Cynthia Erivo, lebt im Exil und hat keinen Bock mehr auf Märchenpropaganda. Sie kämpft für die Rechte der Tiere und will dem angeblich allmächtigen Zauberer von Oz (Jeff Goldblum) endlich die Show stehlen – im Sinne von: Wahrheit auf den Tisch. Währenddessen schwebt Glinda, verkörpert von Ariana Grande, geschniegelt durchs Palastleben, winkt in die Menge und lächelt sich durch Empfänge. Doch hinter dem Glitzer bröckelt’s. Die Trennung von Elphaba hängt wie ein grauer Schleier über ihrem rosa Traum. Und dann steht auch noch die Hochzeit mit Fiyero (Jonathan Bailey) vor der Tür – samt politischem Theater und jeder Menge Gerüchteküche.
Regisseur Jon M. Chu setzt erneut auf große Gefühle, starke Farben und Kamerafahrten, die aussehen, als hätten sie Höhenangst. Die Songs von Stephen Schwartz sitzen wie Ohrwürmer auf Zuckertrip, während das Kreativteam visuell alles auffährt, was der Zauberkasten hergibt. Zwischen fliegenden Besen, brodelnden Konflikten und einer gewissen Besucherin aus Kansas kippt das Machtgefüge von Oz gefährlich zur Seite. Politik, Propaganda und persönliche Schuldfragen mischen sich zu einem Drama, das mehr will als nur Show. Hier geht’s um Deutungshoheit – und darum, wer am Ende als Heldin durchgeht.
Was den Film trägt, ist die komplizierte Freundschaft zweier Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Ruhm gegen Rebellion, Glitzer gegen Grün, Anpassung gegen Aufbegehren. Trotzdem bleibt da dieses Band, das selbst Intrigen und Missverständnisse nicht komplett zerschneiden können. Wenn Glinda und Elphaba ein letztes Mal aufeinandertreffen, knistert die Leinwand – nicht nur wegen alter Gefühle, sondern weil beide merken, dass ihr Schicksal enger verknüpft ist, als ihnen lieb ist. Das Finale setzt weniger auf reinen Bombast, sondern auf emotionale Wucht. Klar, es wird gesungen, geschwebt und gestritten. Aber am Ende bleibt vor allem die Frage: Wer schreibt eigentlich die Geschichte – und wer muss mit dem Image leben? Genau darin liegt die Stärke dieses Abschlusses: Er zeigt, dass Gut und Böse manchmal nur eine Frage der Perspektive sind.
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