Mit „SIRENS“ taucht das Hamburger Trio Hundreds kopfüber in neue Klangwelten – und nimmt uns mit auf eine düstere, glitzernde Reise. Wer die Band bisher eher für ihren sphärischen Electro-Pop kannte, wird hier überrascht: Orchestrale Sounds, dramatische Streicherelemente und cineastische Dichte machen das Album zu einem echten Kunstwerk. Es fühlt sich an wie ein musikalisches Märchen, irgendwo zwischen Traum und dunkler Realität. Die Tracks spielen mit Identität, Eskapismus und emotionalen Zwischenräumen – und das mit einer Tiefe, die hängenbleibt.
„Fallacies“ ist dabei einer dieser Songs, der einen direkt im Bauch trifft: verletzlich, rau, fast schon nackt. Im Gegensatz dazu wirkt „The Observer“ wie ein vorsichtiges Aufblühen – neugierig, verspielt, voller Hoffnung. Dieses Spannungsfeld zwischen Licht und Schatten zieht sich durchs ganze Album. „SIRENS“ klingt dabei nicht einfach anders, sondern bewusst gewagt. Es ist mutiger als das, was wir bisher von Hundreds kannten – ohne sich selbst zu verraten. Die Stimme von Eva Milner ist dabei wie immer das emotionale Zentrum, getragen von Beats und Harmonien, die sich langsam entfalten, statt zu drängen.
Wer auf durchproduzierten Einheitsbrei steht, wird mit „SIRENS“ nicht warm. Aber wer sich auf Atmosphäre, Tiefe und kunstvolle Kompositionen einlässt, bekommt hier ein Album, das wie ein Soundtrack für Kopf und Herz funktioniert. Hundreds klingen auf „SIRENS“ erwachsener, komplexer und gleichzeitig näher dran am Kern. Es ist kein lautes Album – aber eins, das lange nachhallt.