Manche Alben brauchen einfach Zeit. Viel Zeit. Bei Karnivool war’s diesmal fast schon episch: Über ein Jahrzehnt nach „Asymmetry“ (Platz 1 in Australien!) kehrt die Prog-Rock-Institution aus Perth mit „IN VERSES“ zurück – und das Warten hat sich sowas von gelohnt. Das vierte Album klingt wie ein klarer Schritt nach vorn, ohne den Blick zurück zu verlieren. Gemeinsam mit Langzeit-Producer Forrester Savell (der schon bei „Sound Awake“ und „Themata“ den Ton vorgab) haben die Australier ein Werk gebaut, das massiv, präzise und atmosphärisch zugleich ist.
„IN VERSES“ ist kein Comeback – es ist ein Statement. Der Sound ist dichter, experimenteller, aber unverkennbar Karnivool: große Spannungsbögen, rhythmische Brechungen, hypnotische Vocals und diese besondere Mischung aus Wucht und Weite. Statt bloßer Rückkehr zur alten Form liefert die Band ein Album, das sich nach Aufbruch anfühlt – nur eben mit dem karnivoolschen Feinschliff. Jeder Song klingt, als hätte er im Studio geschwitzt, gebrannt und gekämpft. Aber genau deshalb lebt das Album: Es klingt wie etwas, das durchlebt wurde.
Über 300.000 verkaufte Alben, weltweite Touren, Festivalauftritte von Rock am Ring bis Hellfest – Karnivool sind keine Randnotiz der Prog-Szene, sie sind fester Bestandteil ihrer Entwicklung. Mit „IN VERSES“ setzen sie jetzt erneut Maßstäbe. Für Fans ist es ein Fest, für Neueinsteiger ein verdammt guter Einstieg. Klar ist: Wer auf Musik steht, die fordert, flutet und bleibt, kommt an diesem Album nicht vorbei.