liquidfive – „Undo The Lonely“: Herzschmerz im Clubgewand
Wer sagt eigentlich, dass man zu traurigen Songs nicht raven kann? Mit „Undo The Lonely“ liefert liquidfive am 23. Januar genau das Kontrastprogramm, das man nicht kommen sah: Eine emotional aufgeladene Dance-Hymne, die zwischen Neonlichtern, Herzklopfen und Beats pendelt. Der Track erscheint über sein eigenes Label 5L-Records und klingt wie der Soundtrack zu einem nächtlichen Spaziergang durch die Großstadt – mit Kopfhörern auf den Ohren und einem kleinen Kloß im Hals. Die Melancholie trifft hier auf festivalreife Drops, als hätten sich Dua Lipa und Kygo in einem Berliner Club verabredet, um zusammen Abschiedsschmerz zu vertonen.
„Undo The Lonely“ ist uptempo, aber nicht stumpf – emotional, aber nicht kitschig. Die Lyrics fühlen sich an wie ein letzter Versuch, jemanden zurückzuholen, der längst gegangen ist. „Hold me now, baby come undo the lonely“ – das ist keine leere Pop-Phrase, sondern ein ehrlicher Hilferuf im Refrain, der sich mit jeder Wiederholung tiefer ins Ohr brennt. Musikalisch bleibt der Song cineastisch, mit viel Raum, Hall und einer Dynamik, die sich wie eine Welle aufbaut, um dann mit voller Wucht über die Tanzfläche zu rollen. Es ist ein bittersüßer Rausch zwischen Erinnerung und Hoffnung – gemacht für Clubs, für Autofahrten um Mitternacht, für die Bühne und fürs Herz.
liquidfive zeigt mit diesem Release, dass Clubmusik mehr kann als nur laut sein. „Undo The Lonely“ will nicht nur zum Tanzen bringen, sondern auch zum Fühlen – und genau das gelingt. Zwischen Pop-Appeal, EDM-Feuerwerk und emotionalem Tiefgang bleibt vor allem eins hängen: Man kann einsam sein und trotzdem feiern. Oder gerade deswegen.
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