Lunara hat’s getan: „Erwachen“ heißt das neue Album der selbsternannten singenden Lokführerin – und klingt so gar nicht nach Schichtdienst und Pausengong, sondern nach Filmabspann, Clubnacht und dieser einen Zugfahrt, bei der man sich fragt: „Was zur Hölle mach ich eigentlich mit meinem Leben?“ Auf 16 Tracks nimmt uns Lunara mit in ihre ganz persönliche Coming-of-Feelings-Story. Es geht um Mut, Grenzen, Teamgeist – und um die zarte Kunst, sich selbst nicht länger klein zu machen. Mal flimmert der Sound wie ein Kinobild, mal pumpt der Bass wie ein Freitagnacht-Herz. Und zwischen all dem: Texte, die kicken, ohne peinlich zu coachen.
Schon der Opener klingt wie ein Sonnenaufgang in Slow Motion, bevor der Track „
Die Zeit ist vorbei“ ordentlich in die Emotionalmuskeln tritt. Cinematic Pop mit Message: Du darfst gehen, wenn’s dich kaputtmacht. Danach gibt’s ein musikalisches Wechselbad: Von der Clubnummer „
Far Away (Kickimattu Edition)" über balladige Gänsehautmomente wie „Stärkster Engel“ bis hin zur selbstbewussten Hymne „Wir“, die klingt, als würde Freundschaft gerade von Hans Zimmer vertont. Besonders stark: „Zuzumuten (Motivation Mix)“ – klingt wie ein innerer High-Five auf Repeat. Lunara schafft es, das große Pathos ins Wohnzimmer zu holen, ohne dass es unangenehm nach Räucherstäbchen riecht.
„Erwachen“ ist kein Album für den schnellen Skip. Es will gehört werden – mit offenen Ohren und am besten einem Getränk deiner Wahl. Man spürt: Hier singt jemand, der nicht mehr gefallen will, sondern echt sein will. Lunara hat mit diesem Album nicht einfach Musik gemacht – sie hat ein Statement produziert. Eins, das zwischen Dancefloor und Tiefgang pendelt wie ein Nachtzug durch Gedankenlandschaften. Kein Wunder, dass sich ihre Songs wie Soundtracks anfühlen. Und vielleicht ist das das größte Geschenk von „Erwachen“: Es macht Lust, sein eigenes Drehbuch zu schreiben.