Cover: MAIIJA - what if
6/8
Eigene Redaktionseinschätzung

MAIIJA zeigt mit Album „WHAT IF“ emotionale Größe

Die österreichische Musikerin Marilies Jagsch hat sich mit ihrer unverwechselbaren Stimme längst einen festen Platz in der Wiener Musikszene ersungen. Früher solo unterwegs, startet sie seit 2023 unter dem Namen MAIIJA nochmal ganz neu – aber nicht allein: Mit Produzent Peter Paul Aufreiter (Hearts Hearts) an ihrer Seite wurde aus introspektivem Songwriting, elektronischen Sounds und experimentellem Pop ein ziemlich einzigartiger Vibe gestrickt. Ihr Debütalbum "I am" war ein erster mutiger Schritt in diese neue Klangwelt – 2026 folgt mit "what if" das nächste Kapitel, und das hat es in sich.

"what if" ist kein Album zum nebenbei hören. Es ist ein emotionaler Brocken – aber einer, der trotz all seiner Schwere nicht runterzieht. MAIIJA erzählt von Krankheit und Hoffnung, von innerer Starre und Aufbruch, von Verletzlichkeit, die sich in Kraft verwandelt. Es geht um persönliche Erfahrungen, aber auch darum, wie wir als Gesellschaft mit Unsicherheit umgehen. Die Beats sind mal weich und schwebend, mal kantig und fordernd, aber nie beliebig. Die Stimme bleibt dabei der rote Faden – fragil, klar, nah. Manchmal klingt sie fast so, als würde sie einem direkt ins Ohr flüstern, dann wieder wie ein innerer Aufschrei.

Dass MAIIJA hier kein glattgebügeltes Pop-Produkt abliefert, merkt man sofort. Der Longplayer will nicht gefallen, es will ehrlich sein. Und genau das macht die Songs so stark. Die Tracks funktionieren wie kleine Miniaturen eines größeren Gefühlszustands – nie ganz aufgelöst, immer in Bewegung. Wer sich auf diese musikalische Reise einlässt, bekommt viel zurück: ein Album, das Fragen stellt, ohne einfache Antworten zu liefern. Und das ist in Zeiten wie diesen vielleicht genau das Richtige.

Tracklist

01. Anticipate – 03:56
02. Recover – MAIIJA & Oskar Mayböck – 03:28
03. Feel – 02:57
04. Envision – 04:16
05. Trust – MAIIJA & The Zew – 03:43
06. Guide – 03:29
07. Liberate – 02:29
08. Resist – 04:13
09. Defy – 04:31
10. Reconsider – 03:59