Nach seinem italienisch geprägten Projekt „Vivi la Vita“ beschäftigt sich Nino de Angelo mit einer Jahreszeit, in der kulinarisch bekanntlich ebenfalls einiges los ist. „Schöne Bescherung“ ist ein Weihnachtskonzeptalbum mit elf neuen deutschsprachigen Songs. Klassische Festtagsidylle allein wäre dem Sänger allerdings offenbar zu wenig gewesen. Auf der Themenliste stehen Familie, Freundschaft, Zusammenhalt und Liebe ebenso wie Verlust, Sehnsucht, Neuanfänge – und der zuverlässige Wahnsinn, der spätestens dann beginnt, wenn alle gleichzeitig friedliche Weihnachten haben wollen.
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Schon einige Songtitel verraten, dass die Platte nicht ausschließlich für andächtiges Kerzenlicht gedacht ist. „Heiligabend bei uns“ beschäftigt sich mit dem unperfekten Familienfest, während „Heiligabend ohne dich“ und „Halleluja“ die ruhigeren und melancholischen Seiten der Feiertage aufgreifen. Dann wären da noch „Santa kann mich mal“ und „Ho-ho-ho-holy Shit“. Spätestens hier dürfte geklärt sein, ob Nino de Angelo vorhat, sich 54 Minuten lang artig neben den Weihnachtsbaum zu setzen. Ironie, Selbstironie und schwarzer Humor gehören ausdrücklich zum Konzept.
Der Titelsong „Schöne Bescherung“ passt entsprechend in ein Album, das Weihnachten nicht als durchgehend harmonische Veranstaltung behandelt. Schließlich liegen zwischen Familienessen, Erinnerungen an fehlende Menschen, neuen Hoffnungen und dem nächsten kleinen Festtagskrach manchmal nur wenige Minuten. Genau diese Gegensätze bilden den Rahmen der elf Stücke. Nach dem sommerlichen Ausflug mit „Vivi la Vita“ folgt bei Nino de Angelo damit keine bloße Sammlung bekannter Weihnachtsstandards, sondern ein komplett neu geschriebenes Konzeptalbum. Und wer einen Song „Santa kann mich mal“ nennt, hat zumindest schon geklärt, dass der Weihnachtsmann diesmal nicht automatisch das letzte Wort bekommt.