Rosa Hoelgers Debüt "Fuer Immer Gummistiefel" ist ein Bandalbum – aber keins mit Stadionträumen oder Chart-Ambitionen. Stattdessen klingt’s wie eine WG aus Gefühlen, Gedanken und Gitarre, die gemeinsam Musik machen. Kein egozentrisches Solo-Ding, sondern ein echtes Zusammenspiel, bei dem jeder Ton mitatmet. Und das merkt man sofort: Hier wurde nicht poliert, sondern zugehört. Statt Hochglanz gibt’s Kopfkino, statt Popperfektion ehrliches Chaos mit Herz. Die Songs wirken wie Szenen aus einem Film, den man leise mitfühlen kann – mal poetisch, mal schräg, aber immer menschlich.
Klar, Singer-Songwriter gibt’s viele. Aber Rosa und ihre Band geben der altbekannten Kombi aus Akustikgitarre und Gefühl einen neuen Dreh. Zwischen kindlicher Neugier, Melancholie und kleinen Alltagsbeobachtungen entsteht ein Sound, der nicht gefallen will, sondern ehrlich erzählt. Schmerz darf hier bleiben, wird nicht versteckt, sondern bekommt einen Platz – neben Hoffnung, Wärme und ein bisschen Trotz. Nichts klingt gewollt, alles wirkt erlebt. Die Band ist dabei kein Beiwerk, sondern Mitgestalterin dieser Klangwelt: verspielt, zurückhaltend, punktgenau. So entsteht das Gefühl, dass da nicht jemand singt – sondern dass da jemand da ist.
"Fuer Immer Gummistiefel" will nicht groß sein – und ist genau deshalb großartig. Das Album urteilt nicht, es beobachtet. Es hebt keine Botschaft auf die Bühne, sondern legt kleine Wahrheiten auf die Fensterbank. Rosa Hoelger singt, als würde sie mit dir Tee trinken und von Dingen erzählen, die dir auch schon mal im Kopf rumspukten. Das Ganze bleibt dabei angenehm unaufgeregt – aber tief. Kein perfektes Debüt – sondern eins mit Haltung, Wärme und viel Raum für Zwischentöne. Und vielleicht ist genau das der beste Anfang.