Cover: Sarah Kinsley - Fleeting
7/8
Eigene Redaktionseinschätzung
EP

Fleeting

Sarah Kinsley

Label: Universal Music
Kategorie: Pop | Singer / Songwriter
Veröffentlichung: 13.02.2026

Neue EP "Fleeting" - Sarah Kinsley wird persönlicher

Mit „Fleeting“ schlägt Sarah Kinsley ein neues Kapitel auf – und zwar nicht leise, sondern mit ordentlich Gefühl auf Anschlag. Nach ihrem gefeierten Debütalbum Escaper, das von Medien wie dem Rolling Stone für seine cineastische Wucht gelobt wurde, geht es jetzt noch tiefer rein ins Emotionenkarussell. Auch das NME sah in ihr „ein ganzes Universum“ – und genau dieses Universum dehnt sie auf ihrer inzwischen fünften EP weiter aus. „Fleeting“ fühlt sich an wie ein Soundtrack für Nächte, in denen man gleichzeitig tanzen und alles hinterfragen will. Große Synth-Flächen treffen auf treibende Beats, darüber schwebt ihre Stimme, mal verletzlich, mal wie ein innerer Monolog im Clubnebel.

Der Titelsong „Fleeting“ ist dabei das emotionale Zentrum. Kinsley nennt ihn ihre Katharsis – eine Hymne an Veränderung, an das Loslassen, an dieses leicht schmerzhafte Kribbeln, wenn man merkt, dass nichts bleibt, wie es ist. Statt Pathos gibt’s hier ehrliche Selbstbefragung: Wer bin ich, wenn jeder Moment nur geliehen ist? Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch die Tracks. Inhaltlich dreht sich alles um Vergänglichkeit, Identität und das ständige Neujustieren des eigenen Ichs. Musikalisch bleibt sie ihrem Hang zum Dramatischen treu, aber ohne sich in Theatralik zu verlieren. Streicher-ähnliche Sounds, pulsierende Basslines, dazu Hooks, die sich erst sanft einschleichen und dann festsetzen. Man merkt: Hier schreibt jemand nicht nur Songs, sondern kleine Szenen – Kopfkino inklusive.

Spannend ist, wie sehr „Fleeting“ auf Bewegung setzt. Das hier ist kein Release für stilles Grübeln im Schlafzimmer, sondern für den Moment, wenn man zwischen Euphorie und Melancholie auf der Tanzfläche steht und kurz alles vergisst. Die New Yorker Künstlerin schafft es, komplexe Gefühle in poppige Strukturen zu packen, ohne dass es beliebig wirkt. Jeder Track fühlt sich wie ein eigener Gedanke an, aber zusammen ergibt alles ein stimmiges Gesamtbild. Man hört, dass sie sich weiterentwickelt hat: mutiger in der Produktion, klarer in der Aussage, direkter im Ausdruck. „Fleeting“ ist kein lauter Neuanfang mit Feuerwerk, sondern eher dieses intensive Innehalten, bevor man den nächsten Schritt geht. Und genau das macht die EP so packend – sie klingt nach Aufbruch, ohne zu vergessen, woher sie kommt.

Tracklist

01 Lonely Touch 03:22
02 Truth Of Pursuit 02:51
03 Reverie 04:17
04 After All [feat. Paris Paloma] – Sarah Kinsley feat. Paris Paloma 03:43
05 Fleeting 03:39