Wenn eine Band wie The Hellacopters drei Jahrzehnte überlebt – und dabei nie ihren rotzigen High-Energy-Rock'n'Roll-Stil verliert – dann darf man ruhig mal ein bisschen feiern. Und das tun sie, wie es sich gehört: laut, wild und mit einer neuen Raritäten-Compilation, die nicht einfach nur B-Seiten verwurstet, sondern echtes Fan-Gold ausgräbt. „Cream Of The Crap! Volume 3“ ist da – und sie macht genau das, was der Titel verspricht: Sie bringt den ganzen geilen Kram zurück, den viele nur noch als knisternde Vinyl-Singles kennen – wenn überhaupt.
Nach dem gefeierten Chartstürmer-Album „Overdriver“ (Platz 1 in Schweden, baby!) gehen The Hellacopters also direkt in den Archiv-Modus – aber ohne Staubschicht. Auf 24 Tracks gibt's hier die volle Breitseite aus den Jahren 1995 bis 2004, inklusive verschollener Perlen wie „Freeway To Hell“, „Doggone Your Bad-Luck Soul“ oder dem treibenden „Long Gone Losers“. Und weil das Ganze nicht nur nostalgisch, sondern auch richtig nerdig liebevoll gemacht ist, finden sich neben den eigenen Krachern auch diverse Cover-Versionen – von Motörhead über Wilson Pickett bis zu Smokey Robinson. Selbst Jake Starr von Adam West hat für die Liner Notes seinen Stift gezückt. Für Fans ist das so ein bisschen wie ein Mixtape von der coolsten Ex, die man je hatte.
Was dieses Release besonders macht: Es ist nicht einfach ein Lückenfüller für Sammler*innen – es ist ein Zeitdokument. Man hört förmlich, wie The Hellacopters sich durch Proberäume, Kellerbars und verschwitzte Tourbusnächte spielen. Es knarzt, es kracht, es lebt. „Cream Of The Crap! Vol. 3“ ist wie ein musikalischer Schweißabdruck dieser wilden Jahre – dreckig, direkt und voller Herz. Also: Anlage aufdrehen, Luftgitarre schultern und zurück in die Zeit, als Rock noch nach Benzin roch.