Cover: Tiemo Hauer - Die Kunst des Verschwindens
★ ★ ★ ★ ★ ★ ★ ★ 7/8
mix1 Bewertung
Album

Die Kunst des Verschwindens

Tiemo Hauer

Label: Radialis Music / The Orchard
Kategorie: Pop | Pop national
Veröffentlichung: 06.11.2026
Produkt erhältlich bei:

Neue Lieder, neue Einsichten: Tiemo Hauers Album "Die Kunst des Verschwindens"

Eine Dokumentation über Tarnstrategien im Tierreich brachte Tiemo Hauer auf den Titel seines neuen Albums „Die Kunst des Verschwindens“. Darin ging es um Mimikry und Mimese: Lebewesen schützen sich, indem sie andere Arten nachahmen oder mit ihrer Umgebung verschmelzen. Als die Erzählstimme von der Kunst zu verschwinden sprach, erkannte Hauer eine Verbindung zu seinen neuen Liedern. „Das passt gut zu diesen neuen Liedern“, erinnert er sich an seinen ersten Gedanken. Das Album beschäftigt sich mit dem Wunsch, wegzukommen, und mit der schwierigen Aufgabe, die eigenen Gefühle und Beweggründe zu verstehen. Musikalisch bewegen sich die Songs zwischen Chanson, Indie und ätherischem Post-Rock.

Die meisten Stücke entstanden innerhalb weniger Wochen in einer Zeit, die Hauer als ausgesprochen schwierig beschreibt. Depressive Episoden und Angstzustände prägten diese Phase. Beim Schreiben empfand er die Lieder als eng miteinander verbunden. Ihre Bedeutung erschließt sich ihm dennoch teilweise erst mit Abstand. „Bei manchen Texten verstehe ich erst jetzt, was ich mir selbst schon damals sagen wollte“, sagt er. Für Hauer dokumentieren die Songs damit auch Gedanken, die er zunächst noch nicht bewusst einordnen konnte. Die Beschäftigung mit den fertigen Texten führt ihn zurück zu dieser Zeit und lässt ihn manches anders verstehen als während ihrer Entstehung.

Eine Ausnahme innerhalb dieser Schreibphase ist „nicht gut für mich“. Das Stück war schon früher entstanden und hatte mehrere Veränderungen durchlaufen. Anfangs orientierte es sich stärker am Achtziger-Pop und klang leichter. Als Hauer es später erneut aufgriff, entsprach diese Fassung nicht mehr seiner Stimmung. Nun begleiten dunkle Synthesizer einen Text über einen Krieg gegen sich selbst, den er nur verlieren kann. Gegen Ende öffnet sich das Arrangement, der Song wird zur Hymne. Aus der Einsamkeit entwickelt sich ein Gefühl von Gemeinschaft. Auf „Die Kunst des Verschwindens“ gehört dieses Stück zu den Liedern, deren Gestalt sich mit Hauers verändertem Blick auf das eigene Material gewandelt hat.
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Tracklist

01 die kunst des verschwindens
02 immer noch, lange noch
03 space buns
04 vor der bar links
05 nich gut für mich
06 du bist gefickt
07 ≈2x7383n
08 ungefähr zwei leben
09 fade out, bye bye
10 irgendwie leichter
11 ok

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