Mit „
Wegen Dir (warum ich so durchdreh’)“ zündet Tim Peters den nächsten Gefühls-Flash auf dem Dancefloor. Der Track klingt wie eine nächtliche Sprachnachricht ans eigene Herz – nur eben mit ordentlich Bass drunter. Verletzte Zeilen treffen auf treibende Beats, und plötzlich fühlt sich Liebeskummer nicht mehr nach grauem Zimmer an, sondern nach Neonlicht und verschwitzter Clubnacht. Wer schon mal mit zu vielen Gedanken im Kopf wach lag, weiß genau, was hier abgeht. Und genau da holt Tim seine Crowd ab: zwischen Melancholie und Mitgröhl-Moment.
Soundtechnisch geht das Ganze klar Richtung frühe 2000er – diese Phase, in der man zu Eurodance im Jugendzimmer eskaliert ist und sich gleichzeitig gefragt hat, warum die eine Person nicht zurückschreibt. „
Wegen Dir (warum ich so durchdreh’)“ schafft diesen Spagat ziemlich smooth. Die Hook bleibt hängen, ohne aufdringlich zu wirken, der Drop schiebt nach vorne, ohne alles zu überfahren. Tim Peters verbindet Schlager-Ehrlichkeit mit Club-Energie und baut damit weiter an seinem eigenen Kosmos, den seine Fans längst feiern. Auf Social Media kursiert der Snippet schon fleißig, kommentiert von einer Community, die sich selbst „Schlager Raver“ nennt – und die scheint ziemlich bereit zu sein für den nächsten Abriss mit Herz.
Passend zur anstehenden Deutschland-Tour im Dezember und als Vorbote fürs kommende Album setzt Tim damit ein klares Zeichen für das, was er unter „Schlager Rave“ versteht: Gefühle zeigen, aber bitte mit Kickdrum. Der Song wirkt wie ein kleiner Befreiungsschlag für alle, die nicht wissen, ob sie heulen oder tanzen sollen – also machen sie einfach beides. Genau darin liegt die Stärke des Tracks. Er nimmt das Drama ernst, aber verliert sich nicht darin. Stattdessen dreht er die Lautstärke hoch und sagt: Komm, wir gehen da jetzt durch. Zusammen. Und wenn’s sein muss, eben mit Glitzer im Gesicht und Bass im Bauch.