Tyler Ballgame macht nicht nur Musik, er packt gleich das ganze Gefühlskarussell aus. Sein Debütalbum „For the First Time, Again“, das Ende Januar 2026 bei Rough Trade Records erscheint, klingt wie ein Roadtrip durch Herz, Hirn und Highway. Zwölf Songs lang mixt er Classic Rock mit Americana-Vibes und einer Prise Indie-Soul – dabei pendelt er irgendwo zwischen Lennon-Melancholie und Orbison-Pathos. Die erste Single I Believe in Love ist schon draußen und klingt, als hätte jemand eine Liebeserklärung auf Vinyl gepresst. Entstanden ist der Track in der Küche seiner WG, aufgenommen mit Freunden und ganz viel Gefühl. Der Clip dazu? Authentischer geht’s kaum: keine fancy Produktion, sondern echtes Leben – und mittendrin dieser große Song über das Verliebtsein und all die Fehler, die man dabei so gern macht.
Produziert wurde das Ganze von niemand Geringerem als Jonathan Rado (Foxygen, Weyes Blood, Miley Cyrus) und Ryan Pollie. Man hört die Handschrift der beiden – warme Sounds, echte Instrumente und Harmonien, die sich wie Sonnenuntergänge anfühlen. Drummerin Amy Aileen Wood (Fiona Apple) liefert den Beat, Bassist Wayne Whitaker die tiefen Töne. Ballgames Stimme sitzt irgendwo zwischen Sehnsucht und Zuversicht und schafft es, beides gleichzeitig fühlbar zu machen. Das Album klingt wie eine Einladung – nicht nur zum Hören, sondern zum Mitfühlen. Wer Ballgame einmal live gesehen hat, weiß: Dieser Typ stellt sich nicht einfach auf die Bühne, der schmeißt sich rein.
Der Weg dahin war allerdings kein Spaziergang. Vom Keller in New England über Cover-Gigs in klebrigen Bars bis zum radikalen Umzug nach L.A. war’s eher ein Zickzackkurs durchs Musikleben. Und genau das hört man auch. Die Songs sind ehrlich, roh, hoffnungsvoll – nie überproduziert, aber trotzdem voll auf den Punkt. Ballgame ist keiner, der sich verstellt. Er schreibt, was er erlebt, und singt, wie’s ihm dabei geht. Kein großes Drama, aber viele echte Gefühle. „For the First Time, Again“ ist das Gegenteil von glattpoliertem Mainstream. Es ist Musik, die bleibt – und nachklingt, auch wenn der letzte Ton schon längst verklungen ist.