Eddington

Trailer | FSK 16
2025
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Mit EDDINGTON legt Regisseur Ari Aster nach Hereditary und Midsommar ein weiteres düsteres Meisterstück vor – diesmal mitten im Amerika des Jahres 2020, das ohnehin schon im Ausnahmezustand ist. Der Thriller spielt im staubigen New Mexico, wo die Pandemie nicht nur Straßen leerfegt, sondern auch die letzten Nerven. In dieser gespenstischen Stille treffen zwei Männer aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten – Sheriff Joe Cross, gespielt von Joaquin Phoenix mit gewohnt intensiver Miene, und Bürgermeister Ted Garcia, verkörpert von Pedro Pascal, der zwischen Verantwortung und Machtgelüsten schwankt.

Was als angespannte Stimmung beginnt, eskaliert schnell, als ein brutaler Mord die ohnehin fragile Balance aus den Angeln hebt. Aster gelingt es, aus der klaustrophobischen Atmosphäre einer abgeriegelten Kleinstadt ein psychologisches Pulverfass zu machen. Jeder Blick wird zum Misstrauensvotum, jeder Schritt ein potenzielles Alibi. Dabei bleibt EDDINGTON mehr als ein Krimi – es ist eine tiefschürfende Charakterstudie über Angst, Macht und moralische Grauzonen. Die Kamera bleibt unerbittlich nah an den Figuren, der Score dröhnt wie ein drohendes Gewitter – und irgendwo zwischen Verschwörung, Paranoia und Hilflosigkeit blitzt immer wieder die Frage auf: Wer schützt hier eigentlich wen?

Dass Ari Aster sich dabei erneut als Meister der psychologischen Spannung beweist, überrascht wenig. Doch EDDINGTON ist kein typischer Pandemie-Thriller, sondern vielmehr ein Porträt einer Gesellschaft, die sich im Ausnahmezustand selbst zerlegt. Zwischen leeren Supermarktregalen, maskierten Begegnungen und eskalierenden politischen Grabenkämpfen entwickelt der Film eine ganz eigene Wucht. Kein Jump-Scare-Spektakel, sondern ein langsam brennender Albtraum – mit zwei Hauptdarstellern, die sich ein Duell liefern, das noch lange nach dem Abspann im Kopf bleibt.