In die Sonne schauen

Trailer | FSK 16
2026
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Ein Hof irgendwo in der Altmark. Still, abgelegen, unscheinbar – und doch durchzogen von Geschichten, Erinnerungen und Schatten. In die Sonne schauen ist kein Film, der laut ist. Er schleicht sich heran, mit flüsternden Bildern und tiefem Atem. Regisseurin Mascha Schilinski lässt vier Frauen über ein ganzes Jahrhundert hinweg dieselben Räume betreten: Alma in den 1910ern, Erika in den 1940ern, Angelika in den 1980ern, Nelly in der Gegenwart. Ihre Leben sind voneinander getrennt, und doch eng verbunden. Durch Schweigen. Durch das, was niemand gesagt hat. Und durch das, was trotzdem geblieben ist.

Dieser Film ist eine Reise durch innere Landschaften – Erinnerungen, Träume, diffuse Ängste. Mit feinem Gespür zeigt Schilinski, wie sich Traumata vererben, selbst wenn sie nie ausgesprochen werden. Wie Gesten, Blicke, Schuld und Verletzung über Generationen hinweg weiterwirken. Der Hof wird zum Resonanzraum für das Unsichtbare, ein Ort, an dem Geschichte nicht archiviert, sondern gefühlt wird. Wenn sich dann ein tragisches Ereignis in veränderter Form wiederholt, kippt der Film fast ins Mystische – ohne je den Boden der Realität zu verlassen.

In die Sonne schauen ist kein leichter Film, aber ein lohnender. Keine klaren Antworten, keine schnellen Pointen – dafür eine dichte Atmosphäre, präzise Inszenierung und Darstellerinnen, die mit wenigen Worten viel sagen. Es geht ums Verdrängte, das sich in Körpern speichert. Um das Vererbte, das nicht nur Gene meint. Und um das, was zwischen Müttern und Töchtern weiterlebt, auch wenn es niemand sehen will. Ein stiller, intensiver Film – wie ein altes Familienfoto, das man plötzlich mit neuen Augen betrachtet.