Die Neustädter Junghexe Bibi Blocksberg aka NALA ist komplett im Ausnahmezustand – und das diesmal nicht wegen eines missglückten Hexspruchs, sondern wegen eines Events, das man in der Hexenwelt wohl als absolutes Pflichtprogramm abhaken muss: der große Hexenkongress auf dem Blocksberg. Klar, dass sie sich das nicht entgehen lässt und direkt ihre Crew zusammentrommelt. Mit Carla Demmin als Schubia und Philomena Amari als Flauipaui wird aus dem Ganzen schnell mehr als nur ein nettes Treffen unter Hexen. Schon in den ersten Minuten merkt man: Das hier wird kein ruhiger Kaffeeklatsch mit Besenparkplatz, sondern eher ein wilder Mix aus Chaos, Energie und leicht eskalierenden Zaubereien.
Denn kaum sind die ersten Hexen am Start, kippt die Stimmung von „endlich alle zusammen“ zu „okay, irgendwas läuft hier gewaltig schief“. Hexsprüche gehen daneben, Magie verhält sich wie ein WLAN mit Aussetzern und ausgerechnet die Althexen – eigentlich die Ruhepole der Veranstaltung – drehen komplett frei. Das sorgt für Momente, die irgendwo zwischen lustig und leicht absurd pendeln. Statt geschniegelt geplanter Abläufe gibt’s hier eine Art magischen Ausnahmezustand, der sich durch die ganze Story zieht. Besonders spannend: Das Chaos wirkt nie einfach nur wie Mittel zum Zweck, sondern fühlt sich wie ein echter Stresstest für die Figuren an. Bibi und ihre Freundinnen müssen improvisieren, Entscheidungen treffen und dabei irgendwie den Überblick behalten – gar nicht so easy, wenn ständig irgendwas explodiert oder sich in Rauch auflöst.
Was die Geschichte am Ende trägt, ist weniger der große Plot als vielmehr die Dynamik zwischen den Junghexen. Freundschaft steht klar im Mittelpunkt, aber ohne diese kitschige „wir schaffen alles“-Schiene. Stattdessen geht’s eher darum, sich gegenseitig zu pushen, auch wenn mal Zweifel da sind. Mut und Fantasie werden hier nicht als Superkräfte verkauft, sondern als Dinge, die man sich im richtigen Moment einfach nimmt. Genau das gibt der Story einen angenehmen Vibe: leicht, aber nicht belanglos. Der Hexenkongress wird so zur Bühne für eine Mischung aus Coming-of-Age und magischem Durcheinander, bei dem am Ende klar wird, dass Zukunft nicht von den Lautesten bestimmt wird, sondern von denen, die zusammenhalten. Kein übertriebenes Drama, keine unnötigen Umwege – einfach eine unterhaltsame, leicht chaotische Geschichte, die genau weiß, wann sie Gas geben und wann sie kurz durchatmen muss.