„ES: Welcome to Derry“ macht genau da weiter, wo viele Horror-Fans eigentlich nie wirklich aufgehört haben mitzufiebern: mitten im Albtraum rund um Pennywise. Die Serie erzählt nicht einfach nur irgendeine Vorgeschichte, sondern taucht tief in die düstere Vergangenheit der Kleinstadt Derry ein. Schon nach wenigen Minuten wird klar, dass hier nicht nur ein gruseliger Clown für Chaos sorgt, sondern eine ganze Stadt von Angst, Geheimnissen und seltsamen Ereignissen geprägt ist. Der Look erinnert stark an die beiden Kinofilme, wirkt aber gleichzeitig rauer und bedrückender. Überall knarzt es, überall scheint etwas im Schatten zu lauern. Genau dieses unangenehme Gefühl zieht sich angenehm fies durch die komplette erste Staffel.
Besonders spannend ist natürlich Bill Skarsgård als Pennywise. Seine Darstellung bleibt herrlich verstörend, ohne sich einfach nur zu wiederholen. Mal wirkt der Clown fast ruhig und beobachtend, Sekunden später komplett unberechenbar. Genau das macht ihn wieder so unangenehm faszinierend. Die Serie setzt dabei weniger auf permanente Jumpscares und mehr auf diese schleichende Angst, bei der man ständig denkt: Gleich passiert irgendwas richtig Schlimmes. Gleichzeitig bekommen auch die Bewohner von Derry mehr Raum. Die Figuren wirken glaubwürdig, kaputt und oft ziemlich verloren. Gerade dadurch funktioniert der Horror besser, weil man merkt, wie sehr die Stadt ihre Menschen langsam auffrisst. Fans der Filme entdecken außerdem viele kleine Verbindungen und Hinweise, die das gesamte „ES“-Universum größer wirken lassen.
Produziert wurde das Ganze erneut von Andy Muschietti, der schon die beiden „ES“-Filme inszeniert hat. Und genau das merkt man der Serie an. „Welcome to Derry“ fühlt sich nicht wie irgendein schnell zusammengeschustertes Spin-off an, sondern wie eine konsequente Erweiterung der bekannten Geschichte. Die Atmosphäre sitzt, die Bilder bleiben hängen und der Horror funktioniert oft über Stimmung statt über laute Effekte. Besonders stark ist dabei, wie die Serie alltägliche Situationen plötzlich unangenehm wirken lässt. Ein leerer Spielplatz, ein Keller oder ein einfacher Blick aus dem Fenster reichen schon aus, damit man sich unwohl fühlt. Wer die Filme mochte, bekommt hier deutlich mehr Hintergrund zu Derry und zu dem Bösen, das dort seit Jahrzehnten sein Unwesen treibt. Und selbst Leute, die normalerweise keine Hardcore-Horror-Fans sind, dürften schnell merken, warum Pennywise bis heute zu den unangenehmsten Figuren des Genres gehört.
Musik-Newsletter
Neue Songs, aktuelle Musiknews, spannende Neuvorstellungen und die Hits der Woche – jeden Samstag 09:00 Uhr direkt per E-Mail.