Mercy

Trailer | FSK 12
2026
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Die Prämisse von „Mercy“ hat direkt diesen Was-wäre-wenn-Vibe, der hängen bleibt: Ein Mordprozess, aber nicht vor einem klassischen Gericht, sondern vor einer KI, die schneller urteilt als jeder Mensch. Im Zentrum steht ein LAPD-Detective, gespielt von Chris Pratt, der plötzlich selbst auf der Anklagebank sitzt – beschuldigt, seine eigene Frau getötet zu haben. Und als wäre das nicht schon genug Druck, bleiben ihm gerade mal 90 Minuten, um seine Version der Wahrheit klarzumachen. Klingt nach Stresslevel Maximum, und genau daraus zieht der Film seine Spannung.

Besonders interessant wird’s durch die Figur der KI-Richterin, verkörpert von Rebecca Ferguson. Kein emotionsloser Roboter, sondern eine hochentwickelte Instanz, die rational entscheidet – zumindest in der Theorie. Der Twist: Der Angeklagte war selbst an ihrer Entwicklung beteiligt. Heißt also, er kennt das System, aber genau das könnte auch gegen ihn arbeiten. Dieses Verhältnis zwischen Schöpfer und Technologie gibt dem Ganzen eine zusätzliche Ebene. Es geht nicht nur um Schuld oder Unschuld, sondern auch um Kontrolle und Vertrauen in Maschinen, die angeblich objektiver urteilen als Menschen. Aber was passiert, wenn genau diese Objektivität zur Schwachstelle wird?

„Mercy“ setzt weniger auf große Action, sondern auf dieses konstante Ticken der Uhr. Die 90 Minuten fühlen sich wie ein Countdown an, bei dem jede Aussage zählt und jede Lücke gefährlich werden kann. Gleichzeitig stellt der Film ziemlich direkt die Frage, wie viel Menschlichkeit in einem System steckt, das eigentlich komplett neutral sein soll. Kann eine KI wirklich gerecht urteilen, oder fehlt ihr genau das, was in solchen Momenten entscheidend ist? Zwischen Verhör, Selbstzweifeln und immer neuen Wendungen entwickelt sich ein Thriller, der nicht laut sein muss, um Druck aufzubauen. Stattdessen lebt er von Dialogen, moralischen Grauzonen und der Idee, dass Wahrheit nicht immer so eindeutig ist, wie ein Algorithmus es gerne hätte.